Venedig
ist die Hauptstadt der italienischen Region Venedig. Die Stadt liegt in der
Lagune zwischen den Mündungen der Flüsse Po und Piave am nördlichen Ende des
Adriatischen Meeres. Sie wurde auf 120 Inseln erbaut, die von 177 Kanälen
durchzogen werden und die durch rund 400 Brücken miteinander verbunden sind.
Venedig ist über eine Straßen- und eine Eisenbahnbrücke mit dem Festland
verbunden; auf dem Festland liegen die Vorstädte
Marghera und Mestre. Lange Nehrungen und Sandbänke trennen die Stadt vom
offenen Meer. Wichtigstes Verkehrsmittel waren in Venedig jahrhundertelang die
Gondeln, flache Boote, die mit nur einem langen Ruder fortbewegt werden. Heute
wird fast der gesamte Fracht- und Personenverkehr Venedigs mit Motorbooten
abgewickelt; die Gondeln erfreuen sich aber nach wie vor großer Beliebtheit bei
den Touristen. Das moderne Venedig ist mit einer Vielzahl von Problemen
konfrontiert; das drängendste ist die allmähliche Zerstörung der Bausubstanz
durch Überschwemmung und Landabsenkung, zunehmenden Schiffsverkehr, Luft- und
Wasserverschmutzung, aber auch den Tourismus. Die Stadt unternimmt alle
Anstrengungen, um durch verschiedene Maßnahmen wie etwa Schleusensysteme und
mit Hilfe u. a. der UNESCO ihre historisch wertvollen Gebäude zu erhalten.
Grundpfeiler
der venezianischen Wirtschaft ist der Fremdenverkehr. In Venedig selbst gibt es
zahlreiche handwerkliche und kunstgewerbliche Betriebe, die vor allem die
berühmten Glaswaren und Spitzen sowie Textilien und Souvenirs herstellen. Die
großen Industriebetriebe - Werften, Stahlwerke, Gießereien, chemische
Industrie - befinden sich auf dem Festland, in Mestre und Marghera. Der am
Festland gelegene Hafen von Venedig ist der fünftgrößte von Italien.
Venedig ist nicht nur dank seiner zahllosen Baudenkmäler und Kunstschätze
ein kulturelles Zentrum ersten Ranges. Venedig ist zudem Sitz einer
Universität, dreier Hochschulen (Für Architektur, Musik und Fremdsprachen),
einer Kunstakademie und der Akademie der Wissenschaften sowie eines
ozeanographischen Instituts. Außerdem beheimatet die Stadt zahlreiche Museen
und Galerien, die Markusbibliothek, verschiedene Theater und Opernhäuser.
Daneben richtet Venedig verschiedene Festspiele aus, so z. B. die internationale
Biennale für zeitgenössische Kunst, die internationalen Filmfestspiele sowie
Musikfestspiele.
Venedig
gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Der Mittelpunkt und der
meistbesuchte Ort der Stadt ist der Markusplatz (Piazza San Marco) mit der
Markuskirche (Basilica di San Marco) und die daneben liegende Piazetta mit dem
Dogenpalast (Palazzo Ducale). Die Markuskirche wurde ab 1063 über
Vorgängerbauten aus dem 9. und 10. Jahrhundert als byzantinischer Zentralbau
mit fünf Kuppeln errichtet. Der reiche Skulpturen- und Mosaikschmuck an den
Fassaden, in den Vorhallen und im Inneren entstand zwischen dem 12. und dem 14.
Jahrhundert. Über dem Mittelportal der Hauptfassade befinden sich die vier
berühmten Bronzepferde wahrscheinlich hellenistischen Ursprungs, die wie viele
andere Kunstschätze Venedigs auch während der Kreuzzüge im Byzantinischen
Reich und im Heiligen Land erbeutet wurden. An der Nordseite des Markusplatzes
befindet sich die Procuratie Vecchie (Baubeginn 1500), an seiner Südseite die
Procuratie Nuove (Baubeginn 1584). Zur Zeit der Republik Venedig waren sie die
Residenzen der neun Prokuratoren, aus deren Mitte der Doge gewählt wurde. Der
Dogenpalast in seiner heutigen Form entstand nach Vorgängerbauten zwischen 1309
und 1442; von den zahlreichen Kunstwerken in seinem Inneren sind besonders die
Wand- und Deckengemälde von Tintoretto und Paolo Veronese sowie die prächtige
Freitreppe im Innenhof erwähnenswert. Gegenüber des Dogenpalastes befinden
sich die Markusbibliothek mit Deckengemälden von Tizian und die Münze (Zecca),
beide ab 1536 beziehungsweise 1537 von dem venezianischen Baumeister Sansovino
errichtet. Die Ostfront des
Dogenpalastes
ist mit dem Staatsgefängnis durch die berühmte Seufzerbrücke (um 1600)
verbunden; Gefangene mussten sie auf dem Weg vom und zum Gerichtssaal
überqueren. An der Öffnung der Piazetta zur Lagune stehen zwei antike
Granitsäulen; die eine trägt den geflügelten Markuslöwen, die andere eine
Statue des heiligen Theodor von Euchaita. Der Markusplatz wird überragt von dem
rund 90 m hohen Campanile (Glockenturm der Markuskirche). Er wurde im 12.
Jahrhundert errichtet, stürzte 1902 ein und wurde zehn Jahre später wieder
vollständig aufgebaut. Die bekannteste der drei Brücken über den knapp vier
Kilometer langen, zwischen 30 und 70 Meter breiten Canale Grande, die
Hauptverkehrsader der Stadt, ist die Rialtobrücke (1588). Entlang des Canal
Grande reihen sich zahlreiche prachtvolle Gotik-, Renaissance- und
Barockpaläste aneinander; hervorzuheben sind die Ca' d'Oro aus der ersten
Hälfte des 15. Jahrhunderts, ein Meisterwerk der venezianischen Spätgotik; der
Fondaco dei Tedeschi aus dem frühen 16. Jahrhundert, dessen Fassade
ursprünglich Fresken von Tizian und Giorgione schmückten; der
Renaissancepalast Ca' Grande, ab 1537 von Sansovino erbaut; die Ca' Rezzonico
aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit Fresken von Tiepolo. Von den
zahlreichen Kirchen sind
besonders
zu nennen: Die gotische Kirche Santi Giovanni e Paolo (1246 begonnen), ehemals
die Bestattungskirche der Dogen; Santa Maria dei Miracoli aus der
Frührenaissance; die Kirche San Zaccaria mit einem Altarbild von Bellini; die
Kirche San Salvatore aus der Hochrenaissance mit einem Altarbild von Tizian und
die Kirche San Sebastiano mit Decken- und Wandgemälden von Paolo Veronese. Vor
der Kirche Santi Giovanni e Paolo steht die Reiterstatue des venezianischen
Feldherrn Bartolomeo Colleoni aus dem 15. Jahrhundert von Andrea del Verrocchio,
das bedeutendste Reiterstandbild der italienischen Renaissance.
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© 2001 Weissberg-Immobilien - letzte Aktualisierung: 13.2.2006